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Stifter

Stiftung Georgia und Helmut Friedrich

Stifterin: Dipl.-Psychologin Georgia Friedrich
Gründungsdatum: 18. Juni 2008
Förderschwerpunkt: Förderung Studierender der Psychologie und der evangelischen Theologie

Georgia Friedrich ist Diplom-Psychologin und blickt auf ein sehr bewegtes Leben mit vielen Auslandstätigkeiten zusammen mit ihrem im Jahr 2005 verstorbenen Ehemann Helmut Friedrich zurück. Helmut Friedrich war evangelischer Pfarrer mit großem Interesse an interreligiösen und interkulturellen Begegnungen. Zusammen mit seiner Frau führten ihn zahlreiche berufliche Einsätze in den Fernen und Mittleren Osten. Georgia Friedrich teilte die Interessen ihres Mannes und war selbst der Motor für Auslandseinsätze in Nepal, im Kosovo und in Osttimor, wo sie Entwicklungshilfe und psychologische Hilfen für traumatisierte Kinder und ihre Familien u.a. in Flüchtlingslagern leistete.

Nun hat Georgia Friedrich einen mit ihrem Ehemann gemeinsam gefassten Plan in die Tat umgesetzt und eine Stiftung zur akademischen Ausbildung junger Menschen gegründet. "Mein Mann und ich sind in unserem Leben immer wieder Menschen begegnet, deren Lebensverlauf von vornherein begrenzt war durch Mangel an entsprechender Bildung und Ausbildung. Deshalb hat uns das Thema Bildung und Bildungschancen angesprochen."

Georgia Friedrich hat mit einer Immobilie den Grundstein für ihre Stiftung gelegt und diese als Erbin ihres gesamten Vermögens bestimmt. die aktive Stifter, die auch heute noch viele Reisen unternimmt, hat als erste Tat den "Georgia und Helmut Friedrich-Stiftungspreis" für Angewandte Psychologie und für interreligiöse Theologie ins Leben gerufen. Dieser Preis wird seit dem Jahr 2009 jährlich an Absolventen und Promovierende der beiden entsprechenden Fakultäten an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn verliehen. Der Stifterin ist es ein besonderes Anliegen, Anreize für Praxisrelevanz, Toleranz und Offenheit für interdisziplinäre und interkulturelle Bezüge in der Forschung zu schaffen. Dieser Fokus ihrer Förderung entspricht ganz ihrem eigenen Lebenswerk: lebendig und auf den Menschen konzentriert.

Mehr zu den aktuellen Preisträgern erfahren Sie hier.


Stiftung Helene und Paul Plum

Stifter: Dr. Dr. Gerd Kleu
Gründungsdatum: 11. Juli 2007
Förderschwerpunkt: Finanzierung des Hauptschul-Förderprojekts „Einsteigen – Aufsteigen!“

Der Stifter Dr. Dr. Gerd Kleu hat im Juli 2007 das Erbe seiner verstorbenen Tante und seines Onkels in die Stiftung "Helene und Paul Plum" eingebracht und nach deren Namen benannt. Nach den Wünschen der verstorbenen Eheleute hat Dr. Dr. Gerd Kleu die Förderung von Hauptschülern zum Stiftungszweck gewählt. Sein Anliegen ist es, leistungsschwache und benachteiligte Schüler, insbesondere mit Migrationshintergrund, zu unterstützen. Er will solchen Schülern helfen, einen Schulabschluss und damit die Voraussetzung für die Aufnahme einer Berufsausbildung zu erlangen.

Zusammen mit dem Stifter konzipierten Mitarbeiter der Geschäftsstelle und Schul-Praktiker das Projekt "Einsteigen - Aufsteigen!" zur Förderung von Kölner Hauptschülern. Das Projekt hat zum Ziel, Schülern mit Sprach- und Lernschwierigkeiten Starthilfe zu geben. Herzstück des Förderprojektes ist jedoch das Coaching-Angebot an Schüler mit schulischen, familiären und sozialen Problemen. Eine Sozialpädagogin begleitet die Schüler bis zum Hauptschulabschluss, arbeitet gemeinsam mit ihnen an ihren Lernschwächen und persönlichen Problemen und vermittelt bei Bedarf zwischen Schule und Elternhaus. Voraussetzung für das Gelingen des gemeinsamen Arbeiten ist die Freiwilligkeit und der erkennbare Wille der Schüler, die schulische Situation verbessern zu wollen.

Mehr zu dem Projekt erfahren Sie hier.


Stiftung Sistig

Stifter: Prälat Dr. Peter Sistig
Gründungsdatum: 18. August 2005
Förderschwerpunkt: Finanzielle Zuschüsse an förderungswürdige Schüler und Studierende einschließlich Theologiestudenten

Dr. Peter Sistig wurde am 30. Juni 1915 in Köln geboren. Trotz einer starken Sehbehinderung konnte er sein Abitur nachmachen und studierte zunächst Theologie und Philosophie. In dieser Zeit wurde er vermutlich durch den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds gefördert. An das Theologie- und Philosophiestudium schloss Sistig eine Promotion an, absolvierte zusätzlich ein Musikstudium und war begeisterter Organist.

1939, kurz nach Ausbruch des 2. Weltkrieges, wurde Peter Sistig zusammen mit vielen anderen Priesteramtskandidaten im Eilverfahren in der Kirche zu Bensberg zum Priester geweiht. Aufgrund seiner Behinderung wurde er nicht in den Kriegsdienst eingezogen, sondern wirkte in den Kriegsjahren als Kaplan und Krankenhausseelsorger.

Nach Kriegsende wurde Peter Sistig Lehrer an zwei Gymnasien in Solingen und unterrichtete dort Religion, Geschichte und Latein. Anfang der 1950er Jahre wechselte er als Religionslehrer zunächst an das Erzbischöfliche St. Ursula-Gymnasium nach Brühl, dann an das Dreikönigsgymnasium in Köln-Nippes. Zugleich wurde er 1951 zum Subsidiar an St. Quirinus in Köln-Mauenheim. In den sechziger Jahren wirkte er als Subsidiar an St. Hildegard in Köln-Nippes und am Städtischen Gymnasium in Köln-Niehl. 1968 wurde er zum Ehrenprälat Seiner Heiligkeit ernannt.

Peter Sistig war ein lebhafter, vielseitig gebildeter Mensch, dessen besonderes Interesse der Kölschen Mundart galt: So übersetzte er Teile des Evangeliums ins Kölsche und hielt häufig Messen "op Kölsch". Peter Sistig verstarb im August 2005. In seinem Testament hatte er verfügt, dass sein Haus in Köln-Weidenpesch sowie eine Geldanlage zur Instandhaltung des Objekts in eine Stiftung beim Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds eingebracht werden.


Stiftung Ulenberg

Stifter: Caspar Ulenberg
Gründungsdatum: 10. Mai 1610 (am Laurentianum)
Förderschwerpunkt: Finanzielle Förderung Verwandter, ab dem Gymnasium bis zum Ende des Studiums der Theologie

Dr. theol. Caspar Ulenberg (1548-1617) stammte ursprünglich aus einer lutherischen Familie und studierte auch zunächst evangelische Theologie. 1572 trat er zum katholischen Glauben über und begann an der Universität Köln ein Studium der katholischen Theologie. 1576 wurde er zum Priester geweiht. Von diesem Zeitpunkt an bemühte Ulenberg sich stets um die „Rettung protestantischer Seelen“, durch Musik und volksnahe Literatur. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Die Bibelübersetzung wurde post mortem von seinem Nachfolger am Laurentianum, Heinrich Francken-Sierstorff, im Jahre 1630 herausgegeben. Francken-Sierstorff stiftete, ebenso wie Ulenberg, für das Laurentianum.

Caspar Ulenberg gründete seine Studienstiftung im Jahr 1610 am Laurentianum, bestimmte die ihm nachfolgenden Regenten der Burse als „Vollzieher“ seines Willens und seine Nachkommen väterlicher- und mütterlicherseits als Stipendiaten. Ulenberg plante umsichtig: Er teilte die Erträge seiner Stiftung in vier Portionen, von denen zwei von Stipendiaten, eine vom jeweiligen Regens des Laurentianums und eine zum Erhalt bzw. der Vermehrung der Stiftung genutzt wurden. Er tat dies, weil er selbst zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung noch Regens des Laurentianums war und aus den Erfahrungen mit der Verwaltung von Stiftungen seine Lehren gezogen hatte.


Stiftung Manderscheidt-Blankenheim

Stifter: Eberhard Graf von Manderscheidt-Blankenheim
Gründungsdatum: 15. März 1610 (am Laurentianum)
Förderschwerpunkt: Studienstiftung zur finanziellen Unterstützung bedürftiger und würdiger Studenten

Eberhard Graf von Manderscheidt-Blankenheim (1542-1608) war Domherr zu Köln. Zudem übte er etwa im Erzstift, in Straßburg und in Lüttich weitere wichtige Kirchenämter aus.

Der Graf von Manderscheidt-Blankenheim gründete seine Studienstiftung am Laurentianum. Bewilligt und bezeugt wurde die Stiftungsgründung, unter anderem, von Caspar Ulenberg, dem damaligen Regens des Laurentianer Gymnasiums und ebenfalls Stifter. Die Stiftungsurkunde zeigt – so wie viele andere – deutlich, wie viel Verantwortung und Aufwand dem jeweiligen Regens der Gymnasien zugemutet wurden. Zumindest bei den für das Laurentianum, Montanum oder Tricoronatum gestifteten Studienstiftungen fiel ihnen meist sowohl die Auswahl und Erziehung der Destinatäre zu als auch die kompletten Verwaltungsaufgaben, über die Anlage der Stiftungsmittel und die Auszahlung der Erträge bis hin zur regelmäßig wiederkehrenden Kontrolle all dieser Faktoren, da die Stiftungen schließlich für die Ewigkeit angelegt wurden. Nicht zu vergessen: das alles für eine ständig wachsende Zahl an Stiftungen und meist für wenig Geld. Caspar Ulenberg drückte es in seiner eigenen Stiftungsurkunde folgendermaßen aus: „Wenn immer neue Stifter dem Regens Lasten auf die Schultern häufen und seine Arbeiten und Mühe nicht etwa freigebiger belohnen, als bisher, so sehe ich mit der Zeit kommen, daß brave Männer endlich blos aus dieser Ursache von diesem Amte abgeschreckt werden.“ 


Stiftung Fley

Stifter: Hermann Fley
Gründungsdatum: 29. August 1602 (am Montanum)
Förderschwerpunkt: Förderung der Familiennachkommen während des Gymnasiums, des Studiums und der Promotion

Dr. theol. Hermann Fley (1534-1603) studierte und promovierte an der Universität Köln. Von 1559-1574 war er Professor des Gymnasiums Montanum, von 1572-1586 auch dessen Regens. Von 1574-1603 hatte er eine Theologie-Professur an der Universität Köln inne und stand der Universität 1583-84 als Rektor vor. Fley war zudem Kanoniker an verschiedenen Kölner Kirchen, ab 1584 Dechant an St. Kunibert und 1584/85 Pfarrer an St. Maria Ablass.

Die Studienstiftung Hermann Fleys richtet sich an Verwandte und andere Studierende aus der Heimatstadt des Stifters, Schwerte. Fley schließt in seiner Stiftungsurkunde allerdings explizit „Ketzer“ vom Genuss der Stiftungserträge aus. Besonders interessant ist, auch wenn heutzutage natürlich nicht mehr ausschlaggebend für eine Förderung, dass in der Urkunde Auseinandersetzungen innerhalb der Familie thematisiert werden. Der Stifter sieht eine Förderung für alle Nachfahren sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits vor, „[o]bgleich ich gerechte Ursache hätte, diese Wohltaten zu andern frommen Zwecken zu verwenden, wegen der Undankbarkeit der Vornehmsten“. Hermann Fley gibt sich aller Konflikte zum Trotz großmütig: „[D]ennoch hat es mir aus Liebe und zur Abwendung des Untergangs der Familien, dem sie entgegen gehen, so zu disponiren gefallen. Nehmen sie diese Disposition mit dankbarem Gemüte an, so ist es gut, wo nicht, so wird Gott der Herr es vergelten. Amen.“