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Stifter

Stiftung Matthias Cremer

Stifter: Matthias Cremer
Gründungsdatum: 30. Juni 1539 (am Montanum)
Förderschwerpunkt: Finanzielle Förderung Studierender, bevorzugt aus der Familie des Stifters oder aus Aachen

Dr. theol. Matthias Cremer (um 1475-1557) schrieb sich im Jahr 1501 an der Universität Köln ein und promovierte dort 1516 in katholischer Theologie. Seit 1507 war er Lehrkraft am Montaner Gymnasium, ab 1525 auch dessen Regens. 1533 wurde er zum Rektor der Kölner Universität ernannt, zudem war er Kanoniker an St. Andreas. Cremer war als Katholik im Allgemeinen ein Gegner der Reformation und im Besonderen ein Kontrahent des Martin Bucer. Bucer war ein einflussreicher Theologe der Reformation. Die Feindschaft zwischen Cremer und Bucer stammte vermutlich auch aus einer Zeit, in der Bucer für ein Jahr lang in Bonn lebte, um die Reformation des Erzbistums Köln vorzubereiten. Cremer entwickelte sich neben seinen hohen Ämtern zu einem bedeutenden Gegenreformator und reagierte seinerseits auf Schriften Bucers mit entsprechenden Gegendarstellungen.

Matthias Cremer, nach seiner Heimatstadt Aachen auch Matthias Aquensis genannt, behielt die Erträge seiner Stiftung in der Stiftungsurkunde explizit bedürftigen und würdigen Studierenden aus Aachen vor. Einzige Ausnahme waren in diesem Falle Verwandte des Stifters. Dieses Vorgehen war keine Seltenheit: Vielen der Stiftungen, die heute noch unter dem Dach des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds verwaltet werden, ist über Jahrhunderte hinweg gemeinsam, dass entweder die Bewohner einer (Heimat-)Stadt oder die Familiennachkommen als Destinatäre der Stiftungsmittel eingesetzt wurden.


Stiftung de la Porte

Stifter: Remigius de la Porte
Gründungsdatum: 1. Oktober 1513 (am Montanum)
Förderschwerpunkt: Finanzielle Unterstützung von Nachkommen, während des Gymnasiums und des Studiums

Dr. theol. Remigius de la Porte aus Malmedy (?-1522) studierte in Köln und stand von 1479-1499 dem Gymnasium Montanum als Rektor vor. Von 1499-1522 war er Professor für Theologie an der alten Kölner Universität. Zudem war de la Porte Kanoniker an verschiedenen Kirchen in Köln und Umgebung, so etwa an St. Dionysius in Lüttich und Klein St. Michael in Köln.

In der Stiftungsurkunde des Remigius de la Porte werden als Destinatäre der Stiftungsmittel ausdrücklich männliche Familiennachkommen genannt. Das war durchaus typisch und findet sich so in vielen Urkunden der alten Stiftungen, die noch heute unter dem Dach des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds verwaltet werden. Die finanzielle Versorgung der weiblichen Nachfahren wurde aber dennoch häufig nicht gänzlich vernachlässigt: so sahen viele Stifter etwa eine Mitgift für weibliche Nachkommen vor. Remigius de la Porte hingegen bedachte nur „qualifizierte Mädchen“, die „zum Klosterleben irgend eines genehmigten Ordens“ geeignet waren, also ein Leben für Gott und die Kirche führen wollten. 

Seit einigen Jahren wird in dieser Hinsicht der Wille der Stifter nach unserem modernen Verständnis von Gleichberechtigung ausgelegt – mittlerweile wird somit auch die Ausbildung junger Frauen gefördert.


Stiftung Collegistarum

Stifter: Valentin Engelhardt von Geldersheim
Gründungsdatum: 18. März 1523 (am Montanum)
Förderschwerpunkt: Finanzielle Förderung bedürftiger Studenten der Philologie

Dr. theol. Valentin Engelhardt aus Geldersheim (?-1526) studierte wahrscheinlich in Leipzig, bevor er in Köln promoviert wurde. Von 1487-1503 war er Professor am Montanum, 1499-1526 stand er der Burse auch als Regens vor. Engelhardt lehrte zudem an der alten Kölner Universität Theologie und wurde 1503 zu deren Rektor ernannt. Ab 1505 war er Kanoniker am Kölner Dom. Valentin Engelhardt war Anhänger der Gegenreformation und förderte den Thomismus. 

Engelhardt ließ das Gebäude der Montanerburse ausbauen und gründete dort am 18. März 1523 seine Studienstiftung. Sie ging später in die Stiftung Collegistarum, eine Art Gemeinschaftsstiftung, über. In der Stiftungsurkunde der Stiftung Collegistarum heißt es deshalb folgendermaßen: "Unter diesem Namen sind sieben kleine, am früheren Montaner Gymnasium in Köln errichtete Stiftungen von den Regenten dieses Gymnasiums als den damaligen Stiftungverwaltern zu einer einzigen Stiftung vereinigt auf die Jetztzeit gekommen." Die sieben eigentlichen Stiftungsurkunden besitzen laut dieses Schriftstücks nur noch geschichtlichen Wert und auch der Stiftungszweck aller Einzelstiftungen wurde vereinheitlicht auf die finanzielle Unterstützung "arme[r] Studenten der Philologie". Die älteste der sieben Stiftungen stammt aus dem Jahr 1489.