Alumni Newsletter 1/25: Mentoring im Tandem
Ein Interview mit Dr. Jana Hinners und Anna Kira Westphalen
Jana Hinners ist eine wahre Expertin der Meeresbiologie. In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit Dinoflagellaten – winzigen, aber faszinierenden Einzellern, die eine Schlüsselrolle im marinen Ökosystem spielen. Für ihre herausragenden Forschungsleistungen im Bereich der Meereskunde wurde sie 2017 mit dem Mattern-Stiftungspreis des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds (KGS) ausgezeichnet. Mittlerweile forscht Jana am Helmholtz Zentrum Hereon in Geesthacht.
Als Anna Kira Westphalen, Biologie-Studentin in Kiel und Stipendiatin des KGS, am Anfang des Jahres nach einer Mentorin mit Expertise in der Meeresbiologie suchte, erklärte Jana sich sofort bereit, Anna Kira zu unterstützen.
Heute tauschen sich die beiden regelmäßig aus, teilen ihre Erfahrungen und Perspektiven und bereichern sich gegenseitig. Ein echtes Erfolgstandem im Mentoringprogramm des KGS!
Euer gemeinsames Mentoring hat vor ungefähr zwei Monaten gestartet. Wie habt ihr zueinander gefunden und was sind die Themen, die euch bisher beschäftigt haben?
Anna Kira: Ich hatte mich über das Mentoring Programm informiert und erst einmal niemand Passenden gefunden. Deswegen habe ich bei der Stiftung nachgefragt, und glücklicherweise hat Jana auf eure Anfrage hin direkt zugesagt.
Da Jana in Hamburg wohnt und ich in Kiel, treffen wir uns meistens virtuell, aber auch schon einmal persönlich in Hamburg. Das war für mich sehr wichtig, weil es mir im persönlichen Kontakt leichter fällt mich zu öffnen. Das Themenspektrum ist vielfältig und geht von aktuellen Anliegen bis hin zu langfristigen Punkten, wie potentielle Jobs.
Jana: Nachdem ich vom Stiftungsfonds kontaktiert wurde, haben Anna Kira und ich uns virtuell getroffen um auszuloten, ob wir uns ein gemeinsames Mentoring vorstellen können. Als Anna Kira mich in Hamburg besucht hat, habe ich ihr das Institut gezeigt, an dem ich promoviert habe und bis vor kurzem auch in der Lehre tätig war. In unserem ersten Treffen haben wir Themen festgelegt, die wir in Zukunft gerne besprechen wollen und nehmen uns diese nun Stück für Stück vor. Daneben sprechen wir aber auch über gerade Anstehendes und Persönliches.
Als gemeinsames Thema verbindet euch die Meeresbiologie. Wohin hat es dich, liebe Jana, beruflich verschlagen?
Jana: Ich bin aktuell weiterhin in der Wissenschaft tätig, am Helmholtz Zentrum Hereon in Geesthacht, und habe mich in meinem Spezialgebiet etabliert. Darin erforsche ich, wie sich Mikroalgen im Meer an den Klimawandel anpassen und welche Auswirkungen dies für das gesamte Ökosystem haben kann. Dafür kombiniere ich Laborexperimente, Seereisen und Computersimulationen. Wie in der Wissenschaft üblich, ist mein Vertrag allerdings befristet und so kann es gut sein, dass ich zukünftig noch einmal etwas ganz anderes machen werde. Was genau, weiß ich noch nicht, aber nach 10 Jahren in der Wissenschaft habe ich auch Lust etwas Neues auszuprobieren.
Und wohin zieht es dich, liebe Anna Kira, beruflich?
Anna Kira: Wohin es mich beruflich zieht ist gerade auch Thema in unseren Gesprächen, obwohl es noch etwas weiter in der Zukunft liegt, da ich noch im Bachelor bin. Die Forschung interessiert mich sehr und bis jetzt war es auch immer mein Wunsch diesen Weg zu verfolgen. Jana ist da gerade die perfekte Ansprechpartnerin für einen Einblick in den Forschungsalltag, aber auch um zu schauen, was es noch für Möglichkeiten außerhalb der Forschung gibt, über die ich bis jetzt noch nie nachgedacht hatte.
Hat sich in eurer Mentoringbeziehung schon eine Routine etabliert? Wie oft und auf welchen Wegen sprecht ihr miteinander?
Jana: Wir haben uns vorgenommen uns etwa einmal pro Monat zu treffen. Wir machen bei unseren Treffen immer gleich einen Folgetermin aus. Bisher funktioniert das sehr gut.
Ein Zwischenfazit: Würdet ihr unseren Alumnae:i und Geförderten die Teilnahme am Mentoringprogramm empfehlen?
Anna Kira: Ich kann es jedem und jeder Geförderten empfehlen. Selbst wenn man im Moment der Bewerbung kein besonders großes Anliegen hat oder Entscheidungen treffen muss: Man weiß nie, was noch kommt und vieles entwickelt sich auch erst im Laufe der Zeit. Es ist eine super Chance auf eine ungezwungene Art und Weise wertvolle Einblicke in Beruf und Lebenserfahrung zu bekommen und neue Perspektiven und Ideen zu sammeln. Es ist nicht wie im Unterricht, sondern ich gestalte das Mentoring individuell und ganz stark mit. Ich glaube, alle Beteiligten profitieren davon.
Jana: Da kann ich mich nur anschließen. Mir macht das Mentoring bisher viel Spaß. Es freut mich, Anna Kira dabei zu unterstützen ihren eigenen Weg zu finden. Immer wieder reflektiere ich dabei auch meine eigenen Entscheidungen und stelle mir mich in der damaligen Situation mitten im Studium vor. Das Mentoring ist eine ganz andere Erfahrung als die Lehre an der Uni, wo es recht klar definierte Ziele gibt, zu denen ich Studierenden den Weg zeige. Beim Mentoring überlegen wir gemeinsam, wie definiert oder frei wir Ziele und Wege beleuchten wollen.

