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Poesie in Farbe – Schüler*innen entdecken Chagalls Welt

Schüler*innen des Förderprogramms PlanBildung bei einer Führung durch die Chagall-Ausstellung in Düsseldorf.

Fliegende Kühe, schwebende Liebespaare und geheimnisvolle Symbole – beim Besuch der Chagall-Ausstellung in Düsseldorf begaben sich Schüler*innen der Willy-Brandt-Gesamtschule auf eine Reise in die poetische Bilderwelt eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Marc Chagall, geboren 1887 in Witebsk (Belarus), war nicht nur ein Maler, sondern ein Geschichtenerzähler in Farben. Seine Werke sind geprägt von seiner jüdischen Herkunft, tief verwurzelten Kindheitserinnerungen, biblischen Motiven und einer einzigartigen Mischung aus Traum und Realität. Mit seinem unverkennbaren Stil zwischen Expressionismus, Surrealismus und Moderne schafft er eine märchenhafte Atmosphäre und verleiht Themen wie Liebe, Verlust, Spiritualität und Heimat eine eindrucksvolle Bildsprache.

Bei einer Führung durch die Ausstellung erfuhren die Schüler*innen mehr über die Biografie Chagalls, die von Exil, Identitätssuche und künstlerischer Freiheit geprägt war. Besonders spannend war die Entdeckung, wie persönliche Lebensstationen – etwa seine große Liebe zu seiner Frau Bella Rosenfeld oder seine Flucht vor dem Nationalsozialismus – in vielen seiner Werke sichtbar werden.

Kunst als Türöffner für neue Perspektiven

Die Auseinandersetzung mit Kunst eröffnet Schüler*innen neue Perspektiven auf sich selbst und die Welt. Sie lernen, visuelle Sprachen zu entschlüsseln, Gefühle auszudrücken und gesellschaftliche Themen kritisch zu hinterfragen. Kunst fördert Kreativität, Empathie und kulturelles Verständnis – Fähigkeiten, die wertvoll für alle Lebensbereiche sind. Gerade in einer zunehmend digitalen und schnellen Welt schafft Kunst Raum für Reflexion, Sinnsuche und persönliche Entfaltung.

„Ausflüge wie dieser ermöglichen kulturelle Bildung außerhalb des Klassenzimmers“, erklärt Carl Liedtke, der als Sozialpädagoge im Programm PlanBildung arbeitet. Seine Kollegin Dorothea Reckerth ergänzt: „Mit PlanBildung wollen wir den Jugendlichen neue Erfahrungsräume eröffnen, die ihren Horizont erweitern, ihre Kreativität fördern und den Zugang zu Kunst und Kultur erleichtern – ganz unabhängig von Herkunft oder Vorwissen.“

Die intensive Auseinandersetzung mit Chagalls farbenfroher Symbolik und seiner Fähigkeit, Leid und Hoffnung kunstvoll zu verweben, regte zum Nachdenken an.

Zum Abschluss des inspirierenden Tages ging es kulinarisch weiter – mit einem Abstecher nach „Little Tokio“ auf der Düsseldorfer Immermannstraße. Dort konnten die Schüler*innen in die japanische Esskultur eintauchen – ein lebendiger Kontrast und zugleich eine Fortsetzung der Reise durch kulturelle Vielfalt und kreative Ausdrucksformen.

 

Schüler*innen vor Chagall-Gemälde in Ausstellung.,
Kunst erleben abseits des Klassenzimmers.
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