Zum Inhalt springen
Dr. Jannik Nitz

Dr. Jannik Nitz

  • Universität zu Köln / Humanwissenschaftliche Fakultät
  • Promotion
  • Titel: „Mehrstufige Förderung im Kontext externalisierenden Verhaltens in der Grundschule"

Jannik Nitz schloss 2015 sein Studium der Kommunikationswissenschaft und Geschichte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit dem Bachelor of Arts ab und wechselte anschließend an die Universität zu Köln, wo er 2018 den Bachelor und 2020 den Master of Education im Lehramt für sonderpädagogische Förderung erwarb. Im Juli 2024 promovierte er an der Humanwissenschaftlichen Fakultät am Arbeitsbereich für Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung. Seit November 2020 ist er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, zwischen 2024 und 2025 zudem als Lehrbeauftragter der Europa-Universität Flensburg im Themenfeld mehrstufiger Prävention an inklusiven Schulen. Aktuell vertritt er die Professur für Sonderpädagogische Diagnostik mit dem Schwerpunkt Lernverlaufsdiagnostik und Beratung am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Seine Dissertation untersucht mehrstufige Förderung (Multi-Tiered Systems of Support, MTSS) als systematischen, datenbasierten Ansatz im Umgang mit externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten in der inklusiven Grundschule. Ausgangspunkt ist der Befund, dass verhaltensbezogene Problemlagen die schulische Teilhabe der betroffenen Kinder bedrohen und als zentraler Risikofaktor für spätere Bildungsbenachteiligung gelten. Auf Grundlage einer systematischen Literaturübersicht, mehrerer kontrollierter Einzelfallstudien sowie qualitativer und quantitativer Befunde zum Förderansatz „Multimo" zeigt die Arbeit, wie evidenzbasierte Interventionen und gestufte Fördermechanismen im Regelunterricht verankert werden können, dass Kinder mit erhöhtem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf bestmöglich von inklusiver Beschulung profitieren. Die Befunde fließen unmittelbar in das Anschlussprojekt „Multimo 5–7" sowie in die Entwicklung digitaler Werkzeuge zur direkten Verhaltensbeobachtung und Lernverlaufsdiagnostik ein, die Lehrkräfte praxisnah dabei unterstützen, Förderentscheidungen datenbasiert zu treffen (z.B. behavior-rating.app oder PlusDaily. Die Arbeit liefert damit empirisch fundierte Impulse und unmittelbar einsetzbare Instrumente für eine inklusive Schulentwicklung und Bildungsteilhabe, die auf Landesebene bereits in unterschiedlicher Weise in die Ausgestaltung von Schulprozessen einfließen.

Nach oben scrollen