Internationaler Tag der Bildung: Ungleiche Bildungschancen in Deutschland
Köln, 19.01.2026: Zum Internationalen Tag der Bildung am 24. Januar warnt der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds (KGS) vor ungleichen Bildungschancen. Das Förderprogramm PlanBildung zeigt, wie Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden können.
Lea (Name geändert), 15 Jahre, besucht die Hermann-Voss-Realschule im nordrhein-westfälischen Wipperfürth. Bevor sie ins Förderprogramm PlanBildung kam, hatte sie während Klausuren Blackouts – schlechte Noten und wenig Selbstvertrauen waren die Folge. Im Programm nahm Lea an Kleingruppentreffen, Einzelgesprächen, Workshops und Ausflügen teil. Mit Unterstützung von Pädagogin Dorothea Reckerth lernte sie, ihre Prüfungsangst zu verstehen und Strategien dagegen zu entwickeln. Heute hat sie bessere Noten und ist deutlich selbstbewusster.
„PlanBildung ist ein wichtiger Anker für die Schülerinnen und Schüler“, so Reckerth. „Viele Jugendliche schöpfen wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und fühlen sich gesehen. Das Besondere: Wir können sie gezielt und individuell unterstützen – etwas, wofür im regulären Unterricht kaum Raum bleibt.“
Individuelle Förderung vor Ort
PlanBildung richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse, die besonderen Unterstützungsbedarf haben. Das Programm ist freiwillig und wird aktuell an vier Schulen im Raum Köln angeboten. Die Teilnehmenden werden intensiv durch Pädagoginnen und Pädagogen betreut, die als feste Anlaufstelle an den Schulen vor Ort sind. Sie helfen bei schulischen Herausforderungen, Bewerbungen für Praktika oder Ausbildung, aber auch bei Konflikten mit Lehrkräften, Mitschülern oder zu Hause. In Workshops setzen sich die Jugendlichen mit ihren Stärken und möglichen Berufszielen auseinander.
„In Deutschland entscheidet noch immer das Elternhaus darüber, wie erfolgreich Jugendliche in der Schule sind“, sagt Valeska Damm-Berndorff, Koordinatorin von PlanBildung beim KGS. „Mit unserem Programm wollen wir Jugendliche unterstützen, die sonst Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren, und sie dazu befähigen, ihre Potenziale zu entfalten.“
Alarmierende Zahlen zu Bildungschancen
Die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ von 2025 zeigt: Nur 20 % der jungen Erwachsenen, deren Eltern weder Abitur noch eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, erreichen ein Studium. Bei Kindern von Hochschulabsolventen sind es rund 60 %. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen Jugendlichen mit hoher Qualifikation und solchen ohne Abschluss: Immer mehr junge Menschen schließen ein Studium oder eine berufliche Ausbildung ab. Aber 15 % der 25- bis 34-Jährigen besitzen weder einen Schulabschluss noch eine abgeschlossene Berufsausbildung – nur in Italien, Portugal und Spanien ist der Anteil höher.
PlanBildung als wirksamer Baustein
Programme wie PlanBildung zeigen, dass individuelle, gezielte und langfristige Unterstützung wirksam ist, um strukturelle Benachteiligungen im Bildungssystem abzufedern und Jugendlichen neue Perspektiven für Schule und Beruf zu eröffnen.
Über den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds
Der Kölner Gymnasial- und Stiftungfonds verwaltet das Stiftungsvermögen von über 300 privaten Stiftungen, die sich für Bildungsförderung einsetzen. Die älteste Stiftung unter dem Dach des KGS stammt aus dem Jahr 1422, die jüngste wurde 2025 gegründet. Aus den Erträgen dieses Stiftungsvermögens finanziert der KGS Schüler- und Studienstipendien sowie vielfältige Bildungs- und Förderprogramme, darunter PlanBildung.
Mehr zum Förderprogramm lesen Sie unter: www.planbildung.de

