Aktuelles / Presse

300. Stiftungsgründung

Am 17. Juni 2019 haben die Eheleute Monika und Klaus Reising den 300. Stiftungsfonds unter dem Dach des Kölner Gymnasial und Stiftungsfonds zur Förderung von Studierenden mit entsprechender Studienbegabung für ein Hochschulstudium und weiterführende wissenschaftliche Forschung, vorrangig an der Universität zu Köln und im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, gegründet.

Auf den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds aufmerksam geworden sind die Eheleute Reising über eine Sonderveröffentlichung „Stiftungen“ 2014 in der Rheinischen Post. Die Ausrichtung des Stiftungsfonds, junge Menschen auf ihrem Weg in ein erfüllendes Berufsleben finanziell und ideell zu unterstützen, hat die beiden auf Anhieb angesprochen. Schon damals beschlossen sie, zu gegebenem Zeitpunkt eine Stiftung beim Fonds zu gründen. Klaus Reising hat selbst erlebt, was es bedeutet unter widrigen Umständen zu studieren. Sein Studium der Wirtschaftswissenschaften hat er über den zweiten Bildungsweg absolviert – gegen den Willen der Eltern und folglich auch ohne deren Unterstützung. Genau aus diesem Grund möchten Monika und Klaus Reising mit ihrer Stiftung einen Beitrag leisten und Studierende fördern, die, aus welchen Gründen auch immer, eine finanzielle Bedürftigkeit nachweisen können. Ganz besonders am Herzen liegt den Eheleuten auch, neben der finanziellen Hilfe, die ideelle Unterstützung von Studierenden durch den Stiftungsfonds mit seinem Bildungs- und Mentoringprogramm.

Nun schien der richtige Moment gekommen zu sein. Das haben wir anlässlich unseres Stiftungsfestes in der Wolkenburg gebührend gefeiert.

 

2. Juli 2019

 


 

Hans-Friedrich Schorer, Graphische Sammlung, WRM

Ausstellung WIR GLAUBEN KUNST

Meisterzeichnungen aus der Kölner Jesuiten-Sammlung

 

24. Mai bis 18. August 2019 im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obermarspforten, 50667 Köln

 

Die Geschichte des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds ist eng mit der des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud und seiner Graphischen Sammlung verbunden: Seit 1880 befindet sich ein Konvolut von Zeichnungen und druckgraphischen Werken als Dauerleihgabe des Stiftungsfonds im Wallraf. Ein kurzer Blick auf die Geschichte unserer Stiftung mag dies erläutern.

 

Ende des 18. Jahrhunderts, als die freie Reichsstadt Köln Teil der Französischen Republik wurde, gingen damit auch weitreichende Veränderungen der politischen und administrativen Verhältnisse einher. Die völlige Neustrukturierung des Bildungswesens führte 1773 zur Auflösung der Alten Kölner Universität und der sogenannten Artistenfakultäten, zu denen das seit 1556 von Mitgliedern des Jesuitenordens geleitete Gymnasium Tricoronatum mit seiner bedeutenden Lehrsammlung gehörte. Im Zuge der französischen Besatzung wurden sämtliche Kunstgegenstände konfisziert und nach Paris geschafft – unter anderem auch die große Zeichnungs- und Graphiksammlung der Jesuiten. Nur ein kleiner Teil dieser Sammlung sollte 1815 wieder zurück nach Köln gelangen und in den Besitz des 1800 unter Napoleon gegründeten Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds übergehen. Die 500 Zeichnungen und 7.450 Druckgraphiken, die ihren Weg über Paris zurück nach Köln gefunden haben, wurden schließlich in den 1880er Jahren als Dauerleihgabe in die Obhut des Wallraf-Richartz-Museum gegeben.

 

Heute unterstützt der Stiftungsfonds intensiv die wissenschaftliche Aufarbeitung des alten Jesuiten-Bestandes im Wallraf. Das Ergebnis dieser Forschung wird anhand von 90 besonders eindrucksvollen Zeichnungen in der Ausstellung WIR GLAUBEN KUNST – Meisterzeichnungen aus der Kölner Jesuiten-Sammlung zu sehen sein. Zur Geschichte der Graphischen Sammlung der ehemaligen Kölner Jesuiten erscheint ein umfassender Katalog.

 

25.04.2019

 


 

Forschung und digitaler Wissenstransfer

 

 

Seit dem 1. August 2018 fördern wir an der Universität zu Köln ein neues Forschungsvorhaben unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit. Gegenstand der Erforschung und digitalen Erfassung über eine Laufzeit von vier Jahren sind die historischen Kulturbestände der Kölner Jesuiten im Kontext der Gründung des Gymnasial- und Stiftungsfonds unter Napoleon und der Geschichte des Stiftens um 1800.

 

Erste Informationen finden Sie hier.

01.08.2018


 

Kölner Team gewinnt Telders Moot Court in der Great Hall of Justice

 

Zum zweiten Mal in Folge hat das Team der Kölner Universität den renommierten Telders Moot Court in Den Haag gewonnen. Wir gratulieren Antonia Kratz, France Oly, Lisa Schöttmer und Frederic Kupsch herzlich zu diesem Erfolg! Neben dem Siegertitel erhielten die Studierenden auch noch eine Auszeichnung für die beste Verteidigungsschrift. Glückwünsche auch an Laura Hughes-Gerber, die das Team gecoacht hat. Wir freuen uns, dass unsere Förderung des Projekts erneut mit Erfolg gekrönt wurde.

 

Beim Telders Moot Court Wettbewerb handelt es sich um die Simulation eines Gerichtsverfahrens, bei der Jurastudierende aus aller Welt in einem fiktiven völkerrechtlichen Fall gegeneinander antreten. Ort des Geschehens ist der Internationale Gerichtshof in Den Haag, dem Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen. Die Teilnahme an dem Wettbewerb verlangt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine äußerst intensive und mehrmonatige Vorbereitung. Der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds fördert die Teilnahme von Studierenden der juristischen Fakultät der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Luft- und Weltraumrecht unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Hobe bereits seit mehreren Jahren.

 

Ablauf

Zwischen Oktober und Januar wird zunächst eine schriftliche Argumentation erarbeitet. Im Anschluss an die Bewertung von Fachleuten beginnt die Vorbereitung auf den mündlichen Vortrag durch Sprachtraining und Videoanalyse, mit dem Ziel eines selbstsicheren, überzeugenden Auftretens. Die Proberunden werden begleitet von Professoren, Richtern, Rechtsanwälten und Praktikern. Im Frühjahr findet die nationale Vorausscheidung statt, in der das Kölner Team gegen Teams anderer deutscher Universitäten antritt. Die Sieger dieser Vorrunde werden mit der Reise nach Den Haag belohnt, wo es sich Ende April mit der internationalen Konkurrenz aus über 25 Ländern zu messen gilt. Die beiden erfolgreichsten Teams argumentieren dann im Finale vor Richtern des Internationalen Gerichtshofes, der Great Hall of Justice im Friedenspalast in Den Haag.

29.05.2018


 

Neue Stiftungsgründungen im Dezember 2017

HAGI Stiftung

Am 18. Dezember 2017 gründeten die Eheleute Irmgard und Hans Karsten Ginsterblum in Gedenken an die Eltern von Herrn Ginsterblum mit der HAGI Stiftung den 296. Stiftungsfonds unter dem Dach des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Namensgebend für die Stiftung ist die 1934 vom Vater Hans Ginsterblum gegründete HAGI Tabakwarenhandlung in Düsseldorf. Als Einzelhandelsgeschäft gegründet, entwickelte sich daraus nach Ende des zweiten Weltkriegs eine Großhandlung für Tabakwaren. Auf diesen wirtschaftlichem Erfolg fußt das heutige Stiftungsvermögen. Da die Stiftereheleute selbst ohne Nachkommen sind, betrachten sie es als ihre Aufgabe, Vorsorge dafür zu treffen, das Schaffenswerk des Eltern gebührend zu ehren und weiter leben zu lassen. Über Freunde sind sie letztendlich an den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds empfohlen worden und waren schnell überzeugt von der erfolgreichen Stiftungsverwaltung und den Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf den Stiftungszweck. Der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds erwies sich als genau die richtige Heimat für die HAGI Stiftung.

Schwerpunkt der HAGI Stiftung ist die Förderung von Studierenden und NachwuchswissenschaftlerInnen an Nordrhein-Westfälischen Universitäten.

 

 

Marfan Stiftung Michael Leinert

Am selben Tag wurde mit der Marfan Stiftung Michael Leinert der 297. Stiftungsfonds gegründet.

Das Marfan-Syndrom ist eine Bindegewebserkrankung, die lebensbedrohlich sein kann. Bis jetzt ist sie noch nicht heilbar, ihre Auswirkungen können jedoch Dank des medizinischen Fortschritts in erheblichem Umfang beherrscht werden. Die größte Gefahr besteht bei nicht erkanntem Marfan-Syndrom. Eine starke Belastung kann zum vorzeitigen Tod durch Reißen der Aorta führen. Dies kann mit entsprechender und frühzeitiger Diagnose durch eine rechtzeitige Operation der Aorta verhindert werden. Deshalb ist Aufklärung über das Marfan-Syndrom so wichtig. Die fortschreitende wissenschaftliche Erforschung dieser seltenen Krankheit lässt hoffen, dass das Marfan-Syndrom eines Tages heilbar sein wird. Dazu will die Marfan Stiftung Michael Leinert beitragen. Zu diesem Zweck zielt sie auf die Förderung von Personen, Vereinigungen, Einrichtungen oder wissenschaftlichen Instituten, die sich mit der Erforschung und Bekämpfung bzw. der Aufklärung des Marfan-Syndroms oder verwandter Erkrankungen beschäftigen. Des Weiteren können Personen während ihrer Ausbildung, bzw. deren Eltern eine Förderung beantragen, die vom Marfan-Syndrom oder verwandten Erkrankungen direkt oder indirekt betroffen sind. Voraussetzung dafür ist eine Unterstützungsempfehlung einer anerkannten öffentlichen Institution oder Sozialeinrichtung sowie die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Bedürftigkeit durch nachweisliche Finanzierungslücken in der zweckgebundenen Einzelförderung.

 

22.01.2018

 


Wer zahlte, bekam einen Platz im Himmel

Erstes Ablassplakat für den Bau des Kölner Doms in der Universitäts- und Stadtbibliothek gefunden worden. Das 500 Jahre alte Plakat ist das erste bekannte dieser Art und gehört zum historischen Bestand der Gymnasialbibliothek des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds.

Der Band mit der Signatur GBIV6184 befand sich in einem Bestand historischer Bücher in einer unscheinbaren Verpackung, die nicht erahnen ließ, dass ein derart bedeutender Fund in ihr steckte: Ein Ablassplakat für den Kölner Dom aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der lateinische, 18,5 mal 25,5 cm große Einblattdruck ist außerordentlich gut erhalten und wirbt mit Sündenerlass, wenn man für den Bau oder Erhalt der Kathedrale spendet. Eine im Mittelalter übliche Praxis der Kirche. Gefunden und identifiziert wurde das Plakat von der Bibliothekarin Irene Bischoff. Neben dem Aufruf zur Spende, finden sich auch zwei Wappen auf dem Blatt: Oben das Wappen des Domes und unten das des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied. Dieser versuchte später die Reformation in Köln einzuführen. Vergeblich.

 

Foto: Uni Köln

 

„Das ist ein besonders seltener Fund eines Ablass-Summariums für den Kölner Dom“, erklärt Christiane Hoffrath, Leiterin des Dezernats „Historische Bestände und Sammlungen, Bestandserhaltung und Digitalisierung“. Der Direktor der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek (USB), Dr. Hubertus Neuhausen, zeigt sich hoch erfreut über den Fund. „Dieses bisher unbekannte Ablassplakat ist etwas ganz Besonderes und es ist ein gutes Beispiel für die Reichhaltigkeit und auch die wissenschaftliche Relevanz unseres historischen Bestandes. Ich bin sehr stolz, dass der Fund von unserer Kollegin Frau Bischoff gemacht wurde.“

Das Fundstück befand sich in einem Band, der zwei Drucke enthält. „Die Spuren im Buch weisen darauf hin, dass das Ablassplakat als Makulatur für den Einband des Bandes verwendet worden war. Die Wiederverwendung alten Papiers war früher nichts Ungewöhnliches. Das Plakat wurde als Makulatur beiseitegelegt und dann als Stabilisierung des Buchdeckels verwendet. Glücklicherweise wurde es bei der Verarbeitung nicht zerschnitten“, so Hoffrath.

Das Wappen des Domes auf dem Blatt lässt vermuten, dass das Plakat im Dom selber hing. Das Langhaus und die Seitenschiffe standen damals schon. Möglicherweise befand sich neben dem Aufruf ein Kasten, in den man sogleich die Spende einwerfen konnte. Der Text auf dem Plakat ist an Personen geistlichen Standes gerichtet, die des Lateinischen mächtig waren. Es stammt aus dem Zeitraum, in dem Luther seine 95 Thesen in Wittenberg anschlug, die sich u.a. gegen den Ablasshandel richteten.

Bei dem Ablass-Summarium handelt es sich um die spätere Auflage eines Druckes von 1487, wie die Formulierung „datum per copiam“ zeigt. Der Fund ist ein überaus bedeutendes Zeitdokument für Köln und für die gesamte deutsche Reformationsgeschichte. Einen ähnlich bedeutenden Fund gab es 2016 in Goslar in der Marktkirchenbibliothek. Dies zeigt, dass eine solche Praxis zum Spendenaufruf vielleicht üblicher war als uns bisher bekannt ist. Die Geschichte dieses einzigartigen Dokuments wird wissenschaftlich weiter erforscht. „Es müssen noch einige offene Fragen beantwortet werden, z.B. wer der Drucker dieses Summariums war“, so Christiane Hoffrath.

 

03.01.2018